Das Ende des Powerpoint-Terrors

Seit Tagen mache ich mir Gedanken, mit welchem Thema ich in den Blog eröffnen will und dann trifft es uns alle aus heiterem Himmel: Die APPP – der legendäre Elfmeter ohne Torwart.

Gestern tauchte im Tagi plötzlich ein Bericht auf, ich dachte zuerst an einen verspäteten Aprilscherz, der die Gründung einer neuen Partei thematisiert. Die Anti-Powerpoint-Partei (APPP) hat sich dem Kampf der sinnlosen Präsentationen aus dem Laptop verschrieben.

Üble Kosten für die Volkswirtschaft

Laut Parteipräsident Pöhm kosten diese demotivierenden Präsentationen die Schweiz jährlich 2,1 Milliarden Franken. Oha denke ich mir und bin dann noch mehr erstaunt, wie noch weiter ausgehohlt wird. Weltweit entsteht ein Schaden von monatlich 350 Milliarden Euro (gemäss Tagi). Die Partei geht nämlich davon aus, dass 95 Prozent des zuhörenden Publikums früher oder später gedanklich auschaltet. Meine Reaktion: Man sollte nie von sich selbst auf andere Menschen schliessen.

APPP - die tun was!

Flipchart, der heillige Gral

Her Phöm bezieht seine Weisheit aus seiner schon vierzehn Jahre andauernden Karriere als Rethoriktrainer, in der er festgestellt haben soll, dass in der Regel alle Präsentationen auch mit Flipchart zu machen sind. Jetzt wurde es aber offensichtlich Zeit für ihn, diese „internationale Bewegung“ (so Phöm) in eine Partei mit Sitz in der Schweiz zu giessen.

S’isch emfal kein Witz

Nur um klar zu machen, wie ernst es die Partei meint, hier zwei Auszüge aus ihrer Website:

In den Statuten steht, die APPP strebe eine Volks-Abstimmung an, um ein Verbot von PowerPoint bei Präsentationen durchzusetzen.

Das Parteiprogramm der APPP ist das Buch “Der Irrtum PowerPoint” von Matthias Pöhm. Das Parteiprogramm wird jedem Mitglied (nach Zahlung des Preises + Versandgebühren) auf Wunsch zugeschickt. Nichtmitglieder können das Parteiprogramm zum gültigen Marktpreis beziehen.

Worum gehts?

Abgesehen von der Tatsache, dass ich sehr wohl für „etwas weniger Powerpoint“ bin, sind mir die humoristische Züge dieser „Bewegung“ nicht entgangen. Schaut man sich zum Beispiel das Youtube-Filmchen auf der Startseite an, würde man nicht vermuten, dass der Herr seine Brötchen als Rethoriktrainer verdient (vielleicht eben auch nicht). Es scheint auch, dass es sich hier um eine One-Man-Show handelt, denn sonst ist niemand anderes auf der Homepage zu sehen.

Worum es hier schliesslich geht, kann bis jetzt nur vermutet werden. Entweder präsentiert sich uns eine Partei, deren einziger Sinn und Zweck ist Bücher zu verkaufen (und ich habe dabei geholfen) oder diese Leute meinen es ernst und es bleibt mir nichts weiteres übrig, als an deren Verstand zu zweifeln.

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