Quo vadis? Feuerwehraktionen wegen der Schuldenkrise sind einfach nicht genug

Während es kein anderes Thema gibt, als die finanzielle Situation einzelner Staaten und die Reaktion „der Märkte“ auf einzelne Statements von Politikern, geht die grundsätzliche Debatte verloren. Was für eine Wirtschaft wollen wir überhaupt?

In Deutschland nennt man es eine Nebelkerze und in der Schweiz sagt man Nebelpetarde zu den Vorgängen, die momentan die Wirtschaftsberichterstattung belegen. Momentan blickt alles nach Griechenland, das alle zwei Tage gerettet oder dem Untergang geweiht ist. Im gleichen Rhythmus trifft sich die deutsche Bundeskanzlerin mit dem französischen Präsidenten zu Beratungen, um „den Märkten“ und den Ratingagenturen zu zeigen, dass sie alles für die Rettung von Griechenland, Italien, Spanien, Portugal und anderen Staaten tun. Blöd nur, dass sowohl „die Märkte“, als auch die Ratingagenturen im Moment ein wenig „bitchy“ sind…

 

 

Peter Ustinov im Hollywood-Klassiker Quo Vadis

Peter Ustinov im Hollywood-Klassiker Quo Vadis

Zuerst das Feuer löschen

Die Durchschnittsbürger und selbst einige Experten blicken nicht mehr wirklich durch. (interessant dazu auch K. Wellershoff zum Tagi) So fällt es leichter sich mit der Feuerwehrübung, die Rettung von Griechenland, zu beschäftigen. Dieses Land wurde zum ersten Dominostein erkoren, der vor dem Fall bewahrt werden muss. Ob dabei die Solidarität gegenüber dem griechischen Volk (Der Exporteur und der Importeur sitzen im gleichen Boot.), die Angst vor dem Fall des Euro bzw. der EU oder die Rettung der eigenen Banken die Triebfeder hinter diesem Aktivismus ist, bleibt offen. Wahrscheinlich eher letzteres, denn die Erkenntnis „Wo ein Profiteur ist, ist  auch ein Verlierer“ scheint sich nicht durchgesetzt zu haben.

Fragen über Fragen

Vielleicht liegt es am momentan Vorherrschenden Dogma des unersetzlichen und unendlichen Wachstums, dass viele Menschen glauben, wenn nur alle Staaten auf wettbewerbsfähig getrimmt werden, dann kommt es schon gut. Wenn man diese ideologische Vorstellung erst einmal hinter sich gelassen hat, steht man noch vor viel mehr Fragen, als vorher. Es ist zwar eine unangenehme Vorstellung noch weniger Ahnung zu haben als vorher, doch irgendwann kommt dieser Planet nicht daran vorbei sich die grundsätzliche Frage zu stellen, welches Wirtschaftssystem wollen wir. Hier geht es nicht um Sozialismus, soziale Marktwirtschaft oder Kapitalismus. Diese Konzepte haben sich selbst erledigt, auch wenn das einige nicht wahr haben wollen.

Visionen? Fehlanzeige

Leider muss man den aktiven Politikern und Mächtigen der Wirtschaft vorwerfen, dass sie entweder keine alternativen Vorstellungen haben, sie nicht kommunizieren können oder kein Interesse daran haben etwas zu ändern. Andere Gründe fallen mir sonst nicht ein, wieso unser System weiterhin mit voll aufgedrehtem Radio Richtung Wand fährt. (Dazu auch S. Wehowsky auf Journal 21) So wie Occupy Wallstreet ein Zeichen für das Erwachen sein könnte, gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass auch von den aktuellen Amtsträgern noch etwas zu erwarten ist? (Bin ich ein unverbesserlicher Optimist)?

Europa Forum Luzern

Aus diesem Grund bin ich schon auf den Dienstag nächster Woche gespannt. Ich werde das Europa Forum Luzern besuchen, das dieses Mal auf die Wege aus der Schuldenkrise eingeht. Vor allem am zweiten Tag werden zahlreiche Redner dieses Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten.

Dazu gehören zum Beispiel: Harold James, Professor of History and International Affairs, Princeton University, Thomas J. Jordan, Vizepräsident des Direktoriums, Schweizerische Nationalbank, Jürgen Stark, Mitglied des Direktoriums, Europäische ZentralbankIch oder Klaus P. Regling CEO, European Financial Stability Facility (EFSF) und William White, Chair of the OECD Economic and Development Review Committee; ehem. Chefökonom, Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ.

Ich frage mich was am Ende dieser Veranstaltung bei den Zuhörern übrig bleibt?

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